Boersenblogger.de

26.9.06

Während derzeit...

...mal wieder die nächste Rohstoffexplorer-Sau durchs Anlegerdorf getrieben wird, wollen wir uns den etwas wichtigeren Themen widmen als die Guru-Claqueure an anderer Stelle. Die von mir des öfteren an dieser Stelle vorgestellte chinesische Internetsuchmaschine Baidu.com hat zuletzt in New York an Wall Street über 90 US-Dollar geschlossen, Sie dürften damit also fett im Gewinn liegen.

Heute wollen wir kurz ein Auge auf den hiesigen (Ösis und Schweizer, ihr seid natürlich nicht gemeint) Markt werfen. Wunderhübsch sind die deutschen Unternehmensbräute für ausländische Käufer. Lesen Sie nur einmal die Geschichte zur HVB-Übernahme durch Unicredito im aktuellen "Spiegel". Ja, so lukrativ kann das ausgehen, wenn offenbar der eigene Vorstand die Zukunftschancen eher im trüben Lichte sieht!

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht ein Übernahmeangebot publiziert wird. Und das ist nur die Spitze des Eisberges, denn die zahlreichen Transaktionen bei nicht-börsennotierten Unternehmen gehen in der Wahrnehmung ab und an etwas unter. Schwarz Pharma ist aktuell die süße Pille, die von einem belgischen Konzern geschluckt wird. In den vergangenen Jahren gingen bereits Wella und Celanese an ausländische Investoren. Entweder verhökern die Unternehmenserben, denen offenbar die Entrepreneur-Gene zur Gänze ausgegangen sind (oder die Abfindungen an diverse Ex-Gattinen allzu sehr das Gemüt nebst Konto belasten), oder Unternehmenslenker lassen sich von rosiggesichtigen Milchbubi-Analysten im zarten Alter zur Fokussierung (und somit Risikomaximierung) auf ihr Kerngeschäft drängen.

Sie merken es: Dieser Beitrag ist mit einer gehörigen Portion Wut geschrieben. Zugegeben, nicht der beste Ansporn und Ratgeber. Who cares? Doch wenn ich mir die Stellung von Aktionären in Deutschland sowie Umstände wie z.B., dass die Daimler-Aktie (Chrysler sollte man doch langsam aus dem Namen streichen) aktuell ungefähr nur so hoch notiert wie vor 15 Jahren, sowie die Zügel- und Taktlosigkeit des Siemens-Managements anschaue, kann nur noch Wut als Emotion über bleiben.

Doch sind es gerade diese Ineffizienzen, die im deutschen Markt überdurchschnittliche Gewinnchancen ermöglichen. Vorausgesetzt, Sie bringen die nötige Portion Grips und Chuzpe mit. Keine Bange: Um mit Aktien ein Vermögen zu verdienen müssen Sie wahrlich kein Genie sein, wie diverse Beispiele gerade in Deutschland mehr als eindrucksvoll beweisen. Interessante Investitionsmöglichkeit finden Sie demnächst an dieser Stelle. Aloha!